Monelli

Strize

Und immer bleibt die Frage - Wie viel Hypokrat darf eigentlich sein?

Mastodon Tröts

Artikel 1 - Standhaft bleiben oder Fähnchen im Wind?

Im Artikel der Handelspost wird beschrieben, wie große deutsche OEMs Absatzanteile in China verlieren.

Wegen der Wichtigkeit des chinesischen Marktes wurden undemokratische und menschenrechtswidrige Vorgänge in China von der Wirtschaft hingenommen und von der Politik meist nur nebenläufigkleinlaut kritisiert. Der Vorteil dadurch ist, dass deutsche Konzerne gewaltig an diesem Konzept verdienen konnten.

Gewagte Aussage: "Wirtschaft ist in Deutschland das zentrale Kulturgut. Kulturell gibt es in Deutschland weniges was wirklich weltweit bekannt ist und auch selbst in Deutschland wirklich wertgeschätzt wird. Tradition wird sogar ganz im Gegenteil eher belächelt oder gar beschimpft. Weder Küche, Tradition oder Musik wird in Deutschland besonders gewürdigt noch gefördert. Wirtschaftliche Stärke allerdings schon und vermutlich sind, wenn sie es möglicherweise nicht gleich zugeben mögen, die meisten Deutschen auch stolz darauf. Dies könnte möglicherweise der Konsens sein, der sie so viel hinnehmen lässt."

Fraglich ist allerdings dann schon, wie viel der wirtschaftlichen Stärke und dem Streben von Konzernen unterzuordnen ist, wenn auf lange Sicht ein Staat aufgrund dieses wirtschaftlichen Handelns mitaufgebaut wurde, der selbst auf lange Sicht die Abschaffung demokratischer Strukturen und kultureller Vielfalt bezweckt. Es fragt sich wie viel kurzfristige Wirtschaftskraft und Gewinn Wert war, wenn es auf lange Sicht womöglich nicht gehalten werden kann.

Selbstverständlich sind Automobilkonzerne unfassbar wichtig, für lokale Wirtschaft und Zulieferer sowieso. Im Artikel wird sogar von Systemrelevanz gesprochen. Die Steuerung auf so starke wirtschaftliche Abhängigkeit, dass schließlich jede Abkehr vom chinesischem Markt im Prinzip alternativlos, ein Attribut, das vor allem von Ex-Kanzlerin Merkel geprägt wurde, ist, ist allerdings beinahe mit Blindflug vergleichbar. Eine Tatsache selbst zu schaffen, aus der man danach kaum mehr entfliehen kann und dann als alternativlos bezeichnet wird, scheint schizophren. Die Idee Wandle durch Handel ist aber nicht auf eine Partei beschränkt in deutscher Außenpolitik Letztendlich hat es sich allerdings als nicht äußerst wirksam gezeigt. Eine Schlussfolgerung könnte demnach sein, dass es entweder mehr als nur Handel braucht oder dass Handel und Wirtschaft sehr wohl ein gewisses Ideal brauchen. Wandel durch Handel kann ein Teil einer Annäherungsstrategie sein und niemals kann es Ziel sein eigene Kultur oder Ansprüche aufs Äußerste durchzusetzen. Ganz im Gegenteil, Autonomie und Unabhängigkeit sollte gar ein Ideal selbst sein. Aber sich Staaten, die Lager für Minderheiten bauen, müssen doch solche Taten auch unsere Wachstumsmauern hochziehen.

Dass von Seiten der Wirtschaft kein Einlenken kommt scheint traurig und kurzsichtig, sägt man doch womöglich am eigenen Ast. Dass dies von Seitens Politik, bereits historisch (nicht unabhängiger Artikel) bedingt, , vor allem in der Merkel-Ära kaum gegengelenkt wurde, scheint mehr als blauäugig. Seit 2023 gibt es nun zumindest eine stärkere Anerkennung des Problems.

Letztendlich bleibt wohl nur im geschichtlichen Rückblick zu beurteilen, ob Entscheidungen diesbezüglich gut waren, oder ob Idealismus in der Wirtschaft doch angebracht ist. Laut der Theorie der "unsichtbaren Hand" nicht. Doch diese liberale, kapitalistische Theorie hat sich genauso wenig bewährt wie die des Kommunismus.